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Der PSV Neumünster hatte sich vor ca. 2 Jahren entschlossen, den eSport als feste Sparte ins Repertoire aufzunehmen.
Grund dafür war ein gut durchdachtes, pädagogisches Konzept von 3 jungen Pädagogen, die selbst schon jahrelang spielten. Mit diesem traten sie an den PSV heran und erreichten bei der Abstimmung über die Gründung einer eSport Sparte ein positives Ergebnis von Seiten des Vereins.
Der Spartenleiter ist Mario "ruebe" Riemke, der sich die Zeit für ein Interview nahm und sozusagen direkt von der Front des Geschehens berichtet. Auf die Frage wie der PSV denn auf das Konzept reagiert hat, bekam ich folgende Antwort: "... der Verein besteht nun ja aus vielen Polizisten und natürlich gab es da auch einige nicht so positive Meinungen, unsere Arbeit hat sich ja in Laufe der Zeit erst entwickelt und bis auf ein paar wenige sind nun alle sehr zufrieden mit unserer Arbeit. Sogar der Fachbereich III ( Kinder und Jugend) stellte uns einen Trainingsraum zur Verfügung."
Über das Konzept kann gesagt werden, dass es genaue Regeln gibt, denen die Mitglieder unterschriftlich zustimmen müssen. So wird vereinbart, keine verbotenen Spiele zu spielen, sowie sich an die USK-Empfehlungen zu halten, denn das Alter der Mitglieder reicht von 16-34 Jahre, so dass einige Spieler aufgrund der Altersbestimmungen nicht an CS 1.6 Turnieren teilnehmen dürfen.
Aktiv gespielt wird vor allem Counterstrike 1.6, Warcraft 3 und CoD2, die Spielerinnen und Spieler kommen aus verschiedenen Ländern, was von den 3 Pädagogen auch als wichtiger Punkt empfunden wird, da ihnen das Miteinander mindestens ebenso wichtig ist wie die spielerischen Erfolge. Was mich persönlich besonders freut, ist die 7 Frauen starke CS 1.6 LadysSquad.
Mario Riemke führte das auch auf die pädagogische Betreuung zurück, denn die Trainigseinheiten beinhalten nicht nur das aktive Spielen, sondern vor allem auch die Reflektion über das Spiel und das Ausarbeiten taktischer Strategien, sowie die Verbesserung des Teamplays. Sicherlich ein wichtiger Punkt, wenn es darum geht, warum sich die Spieler in der Sparte so wohlfühlen. Und auch einer der Grundpfeiler des pädagogischen Konzepts, das hinter der Sparte steht, denn Sozialkompetenz steht ganz oben auf der Liste der Ziele der betreuenden Pädagogen.
So lief alles auch recht gut, bis im Zuge der wiederaufkeimenden Diskussion über die "Killerspiele" in einer örtlichen Zeitung eine Umfrage zum "Killerspielverbot" gemacht wurde. Auf einen Leserbrief aus der eSport Sparte, keimte nun auch in Neumünster die Diskussion auf. Besonders engagiert ist dabei ein Vertreter der Grünen, der oben schon erwähnte Sebastian Fricke. Er hat seinerseits in einem Zeitungskommentar seine Meinung und sein umfassendes Wissen über die Ziele der von ihm angeprangerten Spiele eindrucksvoll zum Ausdruck gebracht: " ... Das Töten anderer als Sport zu bezeichnen grenzt schon an Perversität. Dabei ist es mir egal, ob man nun mit ein bisschen Taktik und möglichst guten und effektiven Waffen als "Guter" oder doch lieber als "Böser" den Gegner abmurkst. Bei all diesen Spielen ist ein Hauptziel, nach und nach die Waffen zu sammeln, mit denen man möglichst viele Gegenspieler in kürzenster Zeit abschlachten kann. ..."
Des weiteren urteilt er sehr rigide über die Haltung des PSV, die man nach meinen bisherigen Informationen als sehr fair und unterstützend der eSport Sparte gegenüber bezeichnen kann: "Ein Sportverein ist nicht der richtige Ort für solche Gewaltszenen. Es wirft künftig ein sehr, sehr schlechtes Bild auf den PSV und dessen Mitarbeiter, die diese Verherrlichung von Gewalt unterstützen. Ein solcher Verein hat die Unterstützung der Gesellschaft nicht verdient."
Eine nicht ganz verständliche Haltung, wenn man sich doch an die Vorwürfe der Grünen Fraktion gegenüber der Koalition erinnert. Unter der Überschrift ""Killerspiele" - Qualität und Kompetenz statt populistischer Verbote!" konnte man seit Januar folgendes Statment auf der Internetpräsenz der Grünen lesen: "Wir halten dennoch nichts von einem pauschalen Verbot. Die Forderung danach ist purer Populismus. Und: Verbote wären schlicht unwirksam."
Da wundert man sich doch schon über die pauschale und populistische Haltung eines Sebastian Frickes aus Neumünster. Zumal die Stadt jahrelang keinerlei Probleme hatte, dass in den örtlichen Holstenhallen die Northcon LANs stattfanden, mit Rekordzahlen von über 3500 Spielern.
Der aktuelle Stand der Dinge ist nun eine anstehende Vorstandssitzung im PSV, bei der entschieden werden soll, wie die Sache weiterhin gehandhabt werden soll.
Aber das ist bei Weitem nicht alles, denn die eSport-Sparte selbst ist nicht untätig; außer einer ausführlichen Presseerklärung ist für den 18. Mai 2006 eine Podiumsdiskussion geplant, zu der unter anderem auch Herr Fricke eingeladen ist, sowie Vertreter des Vereins, von GIGA TV und ESB u.a. Schauen wir mal, was da geht, ich werd sehr wahrscheinlich vor Ort sein und euch gern berichten welche Entwicklungen sich ergeben haben.
Quellen:
Zeitungsartikel vom 26.04.06 Kieler Nachrichten
Zeitungsartikel 26.04.06 Holsteinischer Courier
Zeitungsartikel vom 29.04.06 Holsteinischer Courier
Neuigkeiten
Es gibt Neuigkeiten im Fall Politiker vs. eSports Sparte des PolizeiSportVereins Neumünster. Heute fand ein Gespräch mit Vertretern der SPD Neumünster statt.
Wie ich gerade erfahren habe, hat sich der Spartenleiter der eSports-Sparte des PolizeiSportVereins Neumünster heute mit Vertretern der SPD getroffen, weil diese nach den Vorkommnissen der vergangenen Tage um ein Aufklärungsgespräch gebeten hatten, um sich eine Meinung bilden zu können. Denn die Aussagen des Grünen Vertreters Herrn Fricke haben mehr Staub aufgewirbelt als anfangs vermutet wurde.
Fazit des Gesprächs ist folgendes: die Vertreter der SPD (Andreas Hering und Bernd Delfs) waren nach genauen Schilderungen des pädagogischen Konzepts, des Trainingsablaufs und des Engagements der Pädagogen beeindruckt von der Organisation der Sparte und der positiven Wirkung auf die Jugendlichen und bedankten sich für die umfassende Aufklärung. Des weiteren stellten sie fest, dass Herr Fricke sich mit seinen Bemerkungen zu weit aus dem Fenster gelehnt habe und wollen bei der für kommenden Montag einberufene Stadtratsversammlung dafür sorgen, dass die Thematik neu diskutiert wird, da sich durch das aufklärende Gespräch mit den Pädagogen der Sparte ein für sie völlig neues Bild ergeben hat.
Da kann man ja nur hoffen, dass die Vertreter der CDU und FDP, mit denen in der nächsten Zeit auch noch Gespräche anstehen, ebenso offen und interessiert reagieren wie die Herren von der SPD.
Letztes Update
Bevor es nun am Donnerstag den 18.Mai soweit ist und in Neumünster eine Podiumsdiskussion zum Fall eSport im PSV Neumünster stattfindet, hier noch einmal die letzten Ereignisse für euch zusammengefasst.
Der Countdown läuft, die Podiumsdiskussion im Fall eSport Sparte des PSV Neumünster ist in 3 Tagen. Und im Vorfeld ist noch einiges geschehen, dass ich euch natürlich nicht vorenthalten will.
Wie ihr euch vielleicht noch erinnert, hatte der Holsteinische Courier in seinem Artikel über den eSport im Verein zur Äußerung von Lesermeinungen aufgerufen. Diese sind auch eingegangen und zwar nicht zu knapp, von nicht ganz offizieller Seite wurde mitgeteilt, dass es so um die 5000 gewesen sein sollen, aber diese Info gilt es unter Vorbehalt zu genießen.
Nur hielt es der Courier nicht für nötig, auch nur einen einzigen abzudrucken. Der Redakteur der Zeitung redete sich mir gegenüber am Telefon mit Platzproblemen heraus und wollte auch nach langem Hin und Her nicht damit herausrücken, wann wir denn mit der Veröffentlichung der Leserbriefe rechnen könnten. Ebenso wenig wollte er sich darauf einlassen, die Ankündigung der Diskussion mit neuer Locationadresse noch einmal abzudrucken.
Daraufhin hakten wir eine Etage höher nochmal nach und plötzlich schien alles kein Problem mehr zu sein, der Platz würde natürlich geschaffen werden und die Briefe in den nächsten Tagen veröffentlicht. Schauen wir mal was draus wird, bis jetzt konnte man noch nichts davon lesen.
Eine weitere interessante Entwicklung war die Tatsache, dass der Stadt Neumünster eine reichliche Woche vor der Diskussion auf einmal einfiel, dass die Location für die Diskussion, das Jugendfreizeitheim Wittorf, doch an diesem Tag leider nicht zur Verfügung stände, weil sie anderweitig belegt sei.
Na gut,man hat ja auch sonst nix zu tun, dann eben innerhalb von wenigen Tagen noch schnell etwas anderes organisiert, damit die Einladungen mit der neuen Location dann auch noch pünktlich genug auf den Schreibtischen der Politiker und Vertreter der Stadt liegen können. Doch auch da hatten wir wieder Glück, denn wir konnten einen Saal im lokalen Tagungszentrum Kiek In organisieren und haben nun genug Platz für viele Gäste, die besten technischen Voraussetzungen und professioneller wirkt es alle Mal.
Die Zusagen der Gäste mehren sich auch so langsam, so werden Ibrahim Mazari von GIGA TV, Rene Korte vom ESB, ein Mitarbeiter der Fa. Clanserver4you, die pädagogischen Leiter der eSport Sparte des PSV und der Jugendschutzbeauftragte der Stadt Neumünster an diesem Abend vor Ort sein.
Des weiteren haben Herr Fricke und Frau Lindt von den Neumünsteraner Grünen starkes Interesse bekundet und wollen gern vorbeikommen, außerdem erwarten wir Vertreter der SPD, die ja im Vorfeld sehr aufgeschlossen waren. Ob die anderen Parteien auch am Dialog interessiert sind, bleibt anzuwarten, entsprechende Einladungen sind auf jeden Fall in großen Mengen rausgegangen.
Interessant war der Email-Kontakt mit Herrn Fricke, den ich als Gastmoderatorin des Abends noch einmal persönlich eingeladen hatte und ihn in meiner Email auch direkt auf seine Aussagen in seinem Leserkommentar ansprach, er antwortete mir darauf innerhalb von wenigen Stunden und legte einige seiner Standpunkte dar und versicherte darüber hinaus, dass er recht gut über die Entwicklungen im Computerspielbereich informiert wäre. Des Weiteren befürchtet er eine unausgewogene Diskussion, da seiner Meinung nach zu viele Pro-Vertreter eingeladen seien. Außerdem eröffnete er mir, dass er früher ein begeisterter "Marathon"spieler gewesen sei, dabei handelt es sich um einen Ego-Shooter der ersten Generation. Vielleicht kann man ja im Gespräch auf diese Vorerfahrungen aufbauen.
Podiumsdiskussion
Die Podiumsdiskussion zum Thema eSport und dessen Akzeptanz innerhalb eines Polizeisportvereins ist vorgestern über die Bühne gegangen. Hier nun die ausführliche Nachbetrachtung für euch.
Am Donnerstag den 18. Mai war es nun endlich soweit, nach langer Planung, vielen Hindernissen und unerwarteten Problemen bis kurz vor der Veranstaltung, begann die von uns in Neumünster geplante Podiumsdiskussion mit leichter Verspätung gegen halb sieben. Schon im Vorfeld hatten sich einige Gäste eingefunden, leider lange nicht so viele, wie wir uns erhofft hatten, aber ich hatte die Gelegenheit mit dem Einen oder Anderen ins Gespräch zu kommen.
So z.B. mit der Ratsfrau Sabine Krebs von der CDU, die sich sehr interessiert zeigte, jedoch nicht mitdiskutieren wollte, da sie noch nicht genug Einblick in die Thematik hätte und eben nicht mit Halbwissen argumentieren wollte, sondern diese Veranstaltung nutze um sich umfassend informieren zu lassen. Leider hatte sie am gleichen Abend noch eine wichtige Sitzung, zu der sie dann aber erst mit einer Stunde Verspätung ging, weil sie es bei uns doch offensichtlich sehr interessant fand.
Ein weiteres Gespräch hatte ich mit dem Jounalisten Karsten Leng vom Holsteinischen Courier, der auch schon den Artikel mit dem Lesermeinungsaufruf geschrieben hatte. Er interessierte sich sehr für die Spielziele bei Counterstrike, da er das Spiel bisher auch ausschließlich als "Ballerspiel" wahrgenommen hatte. Auf den Vergleich mit dem guten, alten „Räuber und Gendarm“ Spiel, bemerkte er die Ähnlichkeit zu Counterstrike und fand in diesem Zusammenhang auch die Mitwirkung der Terroristen im Spiel einleuchtend, denn "wenn alle Gendarmen wären, wäre das Spiel ja langweilig".
Außerdem hatte ich kurz das Vergnügen mich mit Herrn Fricke bekannt machen zu dürfen, der mir auch ganz kumpelhaft gleich das Du anbot. Doch zu seinen Ausführungen später mehr.
Nun aber zur Veranstaltung selbst, wie schon erwähnt waren nur ca. 50 Gäste gekommen, die aber auf den ersten Blick zumindest vom Alter her angenehm gemischt waren. Nach der Begrüßung der Gäste, referierten Rene Korte und Ibrahim Mazari kurz über den Jugendschutz, die Parallelen zwischen eSport und Sport, äußerten sich zu den wirtschaftlichen Dimensionen dieses noch jungen Zweiges und informierten die Gäste über statistische Daten die Altersklassen und den Ausbildungsgrad der Spieler betreffend. Besonders interessant fand ich dabei die Information, dass die Mehrzahl der eSportambitionierten Counterstrikespieler Kriegsdienstverweigerer sind. Die Ausführungen der Beiden riefen bei den Zuschauern sichtlich Erstaunen hervor, denn unter diesem Aspekt hatten sie das "Gedaddel" wohl noch nicht gesehen.
Im Anschluß daran sagte Mario Riemke, der Leiter der eSport Sparte, noch einige Worte zur Arbeit in der Sparte.
Nach seinen Ausführungen kamen auch schon die ersten Fragen aus dem Publikum. Eigentlich hatten wir ja eine Pause vorgesehen, aber da einige direkten Redebedarf hatten, bat ich die Diskussionswilligen mit zu uns hoch auf die Bühne und wir legten spontan los. Es entwickelte sich eine angeregte Diskussion in die sich auch immer wieder Zuschauer mit einklinkten. Im Wesentlichen gab es drei Diskussionspunkte.
1. Die Problematik, dass sich beim eSport zu wenig bewegt werde, denn nur was Bewegung verschaffe, könne auch Sport genannt werden. In diesem Kontext war gerade Frau Dr. Richter von der Volkshochschule Neumünster sehr besorgt, denn ihrer Meinung nach bewegten sich die Kinder und Jugendlichen ohnehin schon viel zu wenig, deshalb sei es ihrer Meinung nach nicht der richtige Schritt diese Tendenz auch noch mit festen Trainingseinheiten des "Rumsitzens" zu unterstützen.
Diese Argumente wurden von den Vertretern der Pro-Seite vor allem mit dem Hinweis darauf entkräftet, dass auch Computerspieler nicht nur dieses eine Hobby haben, sondern sich auch noch anderweitig beschäftigen, oft eben gerade mit aktivem Sport. Interessanterweise kam uns in dieser Diskussion der Vorstand des Kreissportverbandes Herr Utrecht entgegen, denn er wies darauf hin, dass Sportarten wie Schach oder Sportschießen auch nicht sonderlich bewegungsaktiv sind und man dieses Argument von daher nur bedingt akzeptieren könne. Insgesamt wirkte er mit seinen Ausführungen sehr tolerant und aufgeschlossen.
Zu diesem Thema hat sich auch Sven Karge, ein Erlebnispädagoge, häufig geäußert, denn auf die Außführungen von Spielerseite, dass ja auch gerade das Teamspielen ordentliche Adrenalinkicks wie beim "richtigen" Sport auslöse, bemerkte er, dass es für ihn nicht nachvollziehbar ist, dass man in virtuellen Welten solche Erlebnisse haben könne. Ingesamt muss man aber sagen, dass er sich im Vorfeld im Internet ausgibig über das Thema eSport und speziell auch über Counterstrike informiert hatte und damit ein interessanter Diskussionspartner war.
2. Natürlich kam auch wie zu erwarten die Gewaltdebatte auf. Bemängelt wurde dabei besonders von Herrn Fricke, wieso es denn nötig sei gerade ein Spiel wie Counterstrike im Rahmen des eSports spielen zu müssen, dass so gewalttätig sei bzw. in dem Menschen sterben. Eigentlich hatten wir ja nicht vor uns auf diese Diskussion einzulassen, da man ja in diesem Zusammenhang alle Medien betrachten müsse, die ja durchweg eine gewisse Tendenz zur Darstellung von Gewalt im weitesten Sinne haben. Da es sich jedoch in diesem Kontext nicht vermeiden ließ, konnten wir nur wiederholt darauf hinweisen, dass das Erschießen der Gegenspieler nicht das primäre Ziel des Spiels ist. Außerdem wurde darauf hingewiesen, dass Sportarten wie Boxen oder verschiedene Kampfsportarten, in denen Schläge, Kicks und Griffe geübt werden, mit denen man im realen Leben töten könnte, doch um einige brutaler seien. Doch die Vorstellung, dass ein Boxer real blutend und real KO im Ring liegt, schien die Gewaltgegner ingesamt weniger zu stören, als die virtuellen Todesopfer, die nach kurzer Zeit "respawnen".
In diesem Problem kamen wir auch nicht zu einem Konsens.
3. Die Notwendigkeit der pädagogischen Betreuung bzw. deren genaue Ziele. Mal abgesehen von der Tatsache, dass jeder Trainer oder Coach über gewisse pädagogische Fähigkeiten verfügen sollte um seine Mannschaft adäquat trainieren zu können, kam zur Sprache, dass die Jugendlichen und jungen Erwachsenen über die spielerischen Fähigkeiten hinaus innerhalb des Trainings auch Sozial- (Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit), Sach- (Hardware, Software, Netzwerk) und Medienkompetenzen ausbilden.
Wirklich einzuleuchten schien den Kontravertretern dies zwar nicht, aber selbst der 1. Vorsitzende des PSV Ernst Klänhammer meldete sich mit einem Statement zu Wort, in dem er ausführte wie genau sich der Verein vor der Gründung der Sparte mit der Thematik auseinander gesetzt hatte und welche Regementierungen im Aufnahmevertrag verankert seien und dass er in diesem Zusammenhang keinerlei Bedenken habe, dass die pädagogische Arbeit in der eSport Sparte gut funktioniert und eine positive Wirkung hat. Außerdem informierte er die Anwesenden, dass die Polizei Neumünster aufgrund der Vorkommnisse innerhalb des PSV beschlossen habe, sich aktiv in die Aufklärungsarbeit zum Thema neue Medien und speziell Computerspiele einzuklinken und gerade dabei ist, ein entsprechendes Konzept auszuarbeiten, dass nach den Ausführungen von Herrn Klänhammer wirklich sinnvoll zu sein scheint.
In diesem Zusammehang möchte ich auch noch den Vorsitzenden der FDP Fraktion Neumünster Hauke Hansen erwähnen, der nach anfänglichen Einwänden beschloss, über die Informationen innerhalb der Diskussion hinaus, einen Termin zum gemeinsamen Spielen in den Trainingsräumen auszumachen, um sich vor Ort ein Bild machen zu können. Auch er musste leider noch zu einer wichtigen Sitzung, zu der er dann zu spät kam, weil er sich zu lange bei uns aufgehalten hatte.
Alles in allem dauerte die Diskussion drei Stunden und ich muss sagen, dass es auf einem angenehmen Niveau stattfand und die Atmosphäre die ganze Zeit über sehr nett und locker war. Wie schon erwähnt interessierte sich Herr Hansen von der FDP für ein "Probetraining" und auch Herr Fricke nahm die direkte Einladung mal vorbeizuschauen und mitzuspielen an. Naja, vielleicht gibts ja bald ein 2 on 2, Hansen & Fricke vs. Team foesport ;)
Im Anschluß an die Disussion hatte ich noch ein kurzes Gespräche mit Frau Dr. Richter. Dabei bemerkte sie noch, dass sie immer noch nicht so ganz mit der wenigen Bewegung beim Computerspielen einverstanden sein kann, da die Jugend doch eher Ansporn zur Bewegung brauche. Gemeinsam kamen wir dann zu dem Schluss, dass dafür jedoch viel früher angesetzt werden müsse, denn die Tendenz der Eltern die Kinder schon sehr früh vor dem Fernseher und Computer zu parken und sich eben häufig nicht dafür zu interessieren, wie lange und womit sie sich dort genau beschäftigen, ist die eigentliche Problematik bei der man ansetzen müsste. Jedoch hatte sie Bedenken, wie denn die Generation aktiver Spieler die ja möglicherweise in den nächsten Jahren Eltern werden, dies in der Erziehung ihrer Kinder handhaben würden.
Nun noch kurz zur Medienresonanz, bisher ist nur im, euch ja schon bekannten, Holsteinischen Courier etwas erschienen, unter anderem auch endlich die schon verschollen geglaubten Leserbriefe, zumindest drei davon.
Der Artikel zur Diskussion selbst ist meiner Meinung nach recht gut geschrieben, man merkte Herrn Leng vom Courier aber auch schon am Abend der Runde an, dass er bemüht war alles zu hinterfragen und sich ein ganzheitliches Bild von der Thematik zu machen. In diesem Zusammenhang muss ich aber auf einen Teil des Artikel eigehen, in dem Thomas Wittje, Fachdienstleiter KInder und Jugend in Neumünster zitiert wird. er bestreitet dort den gesellschaftlichen Wert des eSport Trainings im Verein und nennt die dafür sprechenden Argumente fadenscheinig. Dazu muss man sagen, dass Herr Wittje es vorzog die Diskussion nach einer halben Stunde zu verlassen und sich in keiner Weise daran zu beteiligen und damit vielleicht den Dialog zu suchen.
Interessant finde ich den Kommentar "Todesspiele sind kein Sport" des Redakteurs Michael Kluth, der gleiche mit dem ich bezüglich der Leserbriefe telefoniert hatte. Hier kann man wieder einmal deutlich die Ignoranz und Voreingenommenheit spüren, die in der deutschen Medienlandschaft so üblich ist.
Morgen wird dann noch ein Artikel in einer Neumünsteraner Sonntagszeitung erscheinen. Den Artikel werde ich euch dann noch nachreichen.
Fazit
Obwohl eben recht wenig Leute da waren und wir nun nicht zu einem herausragenden Ergebnis gekommen sind, denke ich, dass es eine lohnenswerte Sache war, denn es ist ein Dialog entstanden und wir konnten einige Vorurteile abbauen. Dabei waren vor allem die Ausführungen von Ibrahim Mazari und Rene Korte sehr hilfreich. Es freut mich wirklich, dass sie sich die Zeit für ein so kleines Projekt genommen haben.
Sicher war diese Diskussion nur der erste Schritt um das Thema eSport im Verein gesellschaftsfähig zu machen, aber ich denke dieser Schritt ist uns gelungen und nun bleibt abzusehen was sich daraus entwickelt.
5/2006 lita













